| Rollwurf | RW |
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Es gibt mehrere Möglichkeiten unsere Rute aufzuladen und durch diese freiwerdende Energie die Fliege auf
Distanz zu bringen. Beim normalen Überkopfwurf geschieht das durch das Gewicht der gestreckten Schnur nach
dem Rückwurf. Eine andere Möglichkeit die Rute aufzuladen besteht darin, die Oberflächenspannung des Wassers zu
nutzen. Wie beim Überkopfwurf kann der Rollwurf in zwei aktive Bewegungs-Phasen und zwei passive Phasen
unterteilt werden, wobei immer eine passive einer aktiven folgt:
Bei der Ausgangsstellung für den Rollwurf liegt die Fliegenschnur gestreckt vor uns. Der Arm und die Rute zeigen in horizontaler Stellung zum Ende der Schnur bzw. zur Fliege.

Phase 1:



Die Rute wird langsam neben den Körper gezogen und aufgestellt, bis sie dort in einer Stellung von 95-105° Grad
zu unserer horizontalen Ausgangsposition stehen bleibt. Dadurch wird ein großer Teil der Schnur aus dem Wasser
genommen und es bildet sich ein leichter Schnurbogen hinter der Rute.
Um diesen Effekt zu erreichen, sollte der Arbeitswinkel unserer Rute relativ steil sein.

Phase 2:



Diese Phase unterscheidet den Rollwurf ganz klar von den meisten anderen Wurfarten. Beim ÜKW warten wir in der
ersten passiven Phase, bis die Schnur gestreckt ist und unsere Rute auflädt, um sie dann in die Gegenrichtung
zu bewegen. Das heißt, dass auch die zweite Phase zeitlich beschränkt ist und eine gewisse Dynamik erfordert,
da die Schnur bzw. die Rute immer in Bewegung ist. Da die Schnur beim RW aber mit dem vorderen Teil ruhig auf
dem Wasser liegt, haben wir nur eine geringe zeitliche Beschränkung.

Die Vorwärtsbewegung erfolgt also im Gegensatz zum ÜKW aus einer verharrenden Stellung!
Deswegen wird der RW auch nicht zu den dynamischen Würfen gezählt.

Phase 3:



Aus dieser verharrenden Position wird die Rute nun vom Körper weg geschoben, wobei zu beachten ist, dass wir
wiederum wie beim ÜKW die vertikale sowie die horizontale Ebene unserer Wurfbewegung nicht verlassen.
Durch die Oberflächenspannung des Wassers wird die vor uns liegende Schnur stark gebremst und durch diesen
Widerstand die Rute aufgeladen.

Der Auf- und Entladungsweg ist natürlich wesentlich kürzer als bei dynamischen Würfen, was sich auch in der
Wurfdistanz zeigt. Durch einen Gegenzug mit der Schnurhand kann man die Schnur wie beim Doppelzug natürlich
zusätzlich beschleunigen und noch einige Meter Distanz dazu gewinnen.

Phase 4:



Auch beim RW beenden wir die dritte Phase mit einem „aktiven Stopp“, der nun die vierte (passive) Phase
einleitet.Durch diesen Stopp rollt sich die Schnur nach vorne ab.
Je nach Höhe der Rutenspitze beim Stopp und Impulsrichtung tut sie dieses in der Luft oder am Wasser.
 Der Rollwurf ist auch sehr einfach auf der
Schnurhandseite, also „backhand“, auszuführen. Die Rute bleibt am Ende der ersten Phase durch den anatomisch
beschränkten Aktionsradius des Wurfarmes in der optimalen Position stehen. Leider verursacht das aber auch oft
ein Verlassen der Wurfebene in der Vorwärtsbewegung, dass aber durch Beobachten der Rutenspitze und deren Bahn
schnell behoben werden kann.
 Bitte beachten sie auch
beim Rollwurf die verschiedenen Aktionen der Ruten. Schnellere, steifere Ruten eignen sich durch ihren kurzen Aufladungsweg für diesen Wurf natürlich besser, vor allem für ungeübte Werfer und Anfänger.
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